Praxis für Logopädie & Lerntherapie

Praxis mit 4 Pfoten

BEHANDLUNGSSCHWERPUNKTE

 


 "Zeichnen ist Sprache für die Augen,

Sprache ist Malerei für das Ohr."

(Joseph Joubert)




In der Praxis für Logopädie & Lerntherapie TiLo® werden vor allem Kinder und Jugendliche mit folgenden Störungsbildern behandelt.


SPRACHENTWICKLUNGSVERZÖGERUNG/ -STÖRUNG/ -BEHINDERUNG

Unter einer Sprachentwicklungsverzögerung/-störung/-behinderung versteht man Auffälligkeiten des kindlichen Spracherwerbs vor Abschluss der Sprachentwicklung. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um eine zeitliche Verzögerung des Spracherwerbes handelt (SEV) oder ob das Kind die Sprache nicht altersentsprechend bzw. normgerecht erworben hat (SES). Bei einer Sprachentwicklungs-behinderung (SEB) kommt es zu Sprachstörungen auf Grund einer Hirnschädigung.


Bei einer Sprachentwicklungsstörung müssen nicht alle Ebenen betroffen sein.



ARTIKULATIONSSTÖRUNG

Bei einer Artikulations- bzw. phonetischen Störung (auch Dyslalie genannt) handelt es sich um eine Sprechstörung, bei der es zu fehlgebildeten Lauten bzw. Lautverbindungen kommen.

Eine Artikulationsstörung liegt vor, wenn das Kind einen Schetismus lateralis (das /sch/ betreffend), einen isolierten Sigmatismus (das /s/ kann interdental, addental oder lateral gebildet werden) zeigt – entspricht im Volksmund dem „Lispeln“ oder eine Mischung aus beiden. Zudem kann es zu einer interdentalen Bildung der Laute /l/, /n/, /d/ und /t/ kommen. Dabei wird von einer multiplen Interdentalität gesprochen.

Wird ein Laut durch einen anderen Laut ersetzt, (z.B. /k/ zu /t/) und kann das Kind diesen Laut nicht isoliert bilden, liegt dennoch eine phonologische Komponente vor.

Eine Artikulationsstörung kann parallel zu einer phonologischen Störung auftreten.


MUSKELFUNKTIONSSTÖRUNGEN IM MUND- UND GESICHTSBEREICH

Bei einer Myofunktionellen Störung ist das muskuläre Gleichgewicht und das Zusammenspiel von Kau- und Gesichtsmuskulatur gestört. Durch das Entstehen eines Kräfteungleichgewichtes, kommt es zu Störungen des physiologischen Schluckaktes, zu Zungenfehlfunktionen und damit oft einhergehenden Artikulationsstörungen und/ oder Gebissanomalien.

Das Leitsymptom einer Myofunktionellen Störung ist die Zungenfehlfunktion. Dabei befindet sich die Zunge im Ruhezustand nicht an ihrer physiologischen Position. Häufig liegt sie dann an den unteren Schneidezähnen, zwischen den Zähnen vorn oder drückt zur Seite weg.


Der fehlende Mundschluss und die dadurch entstehende Mundatmung haben als Folge:

       - Veränderungen der gesamten Gesundheit, wie z.B. Allergien

       - psychisch-emotionale Veränderungen, wie Aufmerksamkeitsdefizite, Impulsivität,

      -  Hyperaktivität, schnelle Ermüdbarkeit, Desinteresse für Sport, emotionale Labilität

       - Haltungsänderungen, wie Hohlkreuz, Rundrücken,überstreckter Kopf, Plattfuß

      - Hochatmung

      - Formveränderung der Lunge

      - Schlaf-Apnoen    


ZENTRAL -AUDITIVE WAHRNEHMUNGS- UND VERARBEITUNGSSTÖRUNG

Unter einer zentral-auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung (AWVS) versteht man eine Störung der Hörverarbeitung zwischen dem Innenohr und dem Gehirn. Dabei ist das periphere Hören (d.h. das Hören im Ohr an sich) nicht betroffen. Ein Hörtest wäre unauffällig. Das Problem liegt in der Weiterleitung und Auswertung des akustischen Signals im Gehirn.

Die auditive Wahrnehmung und Verarbeitung umfasst mehrere Teilfunktionen, die aufeinander aufbauen oder parallel ablaufen.

In all diesen Bereichen kann es bei einer AWVS zu Störungen kommen.

Weiterhin können folgende Symptome auftreten:

       - Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung

       - Probleme beim Auswendiglernen von Liedern und Gedichten

       - Abschalten im Unterricht, Vergessen von Hausaufgaben bzw. Überhören wichtiger Anweisungen

       - erhöhte Fehlerzahl bei Diktaten

      - Radio oder Fernseher werden oft zu laut eingestellt

      - auffällige oder fehlende Sprachmelodie

      - die Richtung von Geräuschen kann nicht bestimmt werden

      - die Konzentration bei zusätzlicher Geräuschkulisse ist deutlich reduziert


Eine intakte Wahrnehmung und Verarbeitung von Sprache ist die Voraussetzung für die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit. Diese stellt die Basisfunktion des darauf aufbauenden Lese- und Schreiberwerbs.


KINDLICHE STIMMSTÖRUNGEN

Bei einer Stimmstörung (Dysphonie) kommt es zu Beeinträchtigungen der Stimme und/ oder der Atemfunktionen. Sie ist gekennzeichnet durch eine Veränderung der stimmlichen Leistungsfähigkeit und des Stimmklanges.

Folgende Dysphonien können auftreten:

Bei einer Stimmstörung spielen oft mehrere Faktoren eine Rolle oder bedingen sich gegenseitig. Dennoch sollte eine Abklärung durch den HNO-Arzt bei andauernden stimmlichen Auffälligkeiten von mehr als 2-3 Wochen immer stattfinden.

  Die Symptome einer kindlichen Dysphonie können sein:

      - rauen oder gepressten Stimmklang

      - anhaltende Heiserkeit

      - Sprechanstrengung

      - häufig zu laute Sprechweise

      - Probleme beim stimmlichen Durchsetzen

      - Wegbrechen der Stimme bei besonders leisem oder sehr lautem Sprechen

      - Räusperzwang

      - Beim Singen ist die Stimme eingeschränkt

      - Melodien können nicht sicher nachgesungen werden